Folge 2: Nach Süden, nach Norden

Im Austausch mit Museumskolleg*innen in Nord und Süd kommen wir der Antwort näher, wie General Enea Navarini an den Mantel gelangt ist. Hat er ihn geschenkt bekommen oder erbeutet?

Credits:

Technische Produktion: Tonstube

Lied „Eine weite Reise“ geschrieben und gesungen von Marion Moroder

Podcast Cover: Anna Raich

Briefe vorgelesen von Emilie Vorhauser

Show Notes:

Interviewpartner*innen: Francesco Frizzera und Marco Leonardi Scomazzoni (Museo Storico Italiana della Guerra, Rovereto) / Lisa Noggler-Gürtler (Museum der Völker, Schwaz) / Gaia Delpino und Rossana Di Lella (Museo delle Civiltà, Rom) / Angela Roberts

DEUTSCH

TRANSKRIPT FOLGE 2

Podcast: Der Äthiopische Mantel: Folge 2 „Nach Süden, nach Norden“

Villa Freischütz, Stiftung Navarini-Ugarte, Meran

Autorin: Ariane Karbe

LIED VON MARION MORODER „Eine weite Reise“ (Refrain)

Ariane Karbe (AK):

Ich bin in Meran unterwegs, im Hintergrund hört Ihr die Passer. Und zwar bin ich auf dem Weg nach Rovereto ins Kriegsmuseum. Das Museum nimmt so wie wir auch am Euregio-Museumsjahr teil. Das Museumsjahr findet in Südtirol und seinen beiden Nachbarregionen Trentino und Tirol statt. Und bei unserem ersten Treffen in Bozen hat uns der Kollege aus Rovereto, Davide Zendri, erzählt, ach, so einen Mantel aus Äthiopien, den haben wir auch bei uns in der Sammlung. Er hat uns eingeladen und natürlich haben wir sofort ja gesagt. Wir, das sind Herta Waldner und ich. Herta kennt Ihr ja schon aus der letzten Folge. Sie ist die Präsidentin der Stiftung Navarini-Ugarte, Trägerin der Villa Freischütz. Heute fahre ich mit ihr dahin. Im Kriegsmuseum sind wir mit Francesco Frizzera verabredet, dem Direktor. Der hat sich bereit erklärt, uns mehr über IHREN Mantel zu erzählen. Vielleicht finden wir so heraus, wie genau UNSER Mantel in die Villa Freischütz gekommen ist. Darum geht es ja hier, in diesem Podcast. Und darum, was das dann bedeutet und ob der Mantel nach Äthiopien zurückgegeben werden sollte. Ah, da sehe ich Herta schon, sie wartet wie immer am Meraner Hof auf mich … Avanti, auf ins Trentino!

MUSIK                                             

Das ist DER ÄTHIOPISCHE MANTEL. Eine Geschichte von Krieg, Schuld und Vergessen. Es ist auch eine Geschichte davon, wie ein kleines Museum sich großen Fragen widmen kann. Dieser Podcast ist eine Produktion der Stiftung Navarini-Ugarte und Teil des Euregio-Museumsjahres. Ich bin Ariane Karbe, Ausstellungsdramaturgin.

Folge 2: Nach Süden, nach Norden. 

AK: Der Umhang im Kriegsmuseum in Rovereto sieht phantastisch aus. Herta und ich sind fast ein wenig neidisch. Sein Zustand ist einwandfrei. Im Gegensatz zum Mantel der Villa Freischütz ist das Löwenfell auf den Schultern üppig und unversehrt. Francesco hat den Kuratoren Marco Leonardi Scomazzoni mitgebracht und gemeinsam erzählen sie uns, dass der Mantel durch Amedeo Guillet in die Sammlung gekommen ist.

Guillet war ein italienischer Offizier, der sich 1939 nach Abessinien schicken ließ, um gegen den äthiopischen Widerstand zu kämpfen. Offiziell hatte Mussolini den Abessinien-Krieg schon drei Jahre zuvor als beendet erklärt. Er hatte damals das Land mit den bereits bestehenden Kolonien Eritrea und Somalia zur Großkolonie Africa Orientale Italiana zusammengefasst. Tatsächlich aber waren die äthiopischen Freiheitskämpfer*innen (es waren auch Frauen unter ihnen) äußerst hartnäckig. Das Land kam bis zum Ende der italienischen Kolonialherrschaft 1941 nie wirklich zur Ruhe. Das wird übrigens in der nächsten Folge noch einmal sehr wichtig sein: dass Italien Äthiopien nur wenige Jahre als Kolonie besessen hat, und dass Äthiopien vorher noch nie eine Kolonie gewesen war – als einziges Land in ganz Afrika.

GERÄUSCH VON HUFEN

Guillet nun, selber ein begnadeter Reiter, hatte den Auftrag, in Äthiopien eine Reitereinheit aufzubauen, aus äthiopischen, eritreischen und jemenitischen Kriegern und mit diesen kämpfte er dann gegen den Widerstand im Land.

Francesco erzählt, dass Guillet zur äthiopischen Bevölkerung ein besonders gutes Verhältnis hatte und dann, wie genau er in den Besitz des Mantels gekommen ist:

O-Ton Ariane Karbe: Und diesen Mantel, das habe ich richtig verstanden, hat er speziell dafür bekommen, dass er die Schafherde dieses Äthiopiers wiedergerettet hat, wiedererobert hat, hat er als Dankeschön dafür bekommen?

O-Ton Francesco Frizzera: Ja, ganz, ganz genau. Mein Deutsch ist nicht so gut. Das ist ganz wahrscheinlich, weil er eine ganz besondere Beziehung mit den Kriegern hatte.

O-Ton Ariane Karbe: Wenn die Geschichte so klar ist, woher der Mantel stammt, könnte man zurückverfolgen, wer wirklich der Träger und Besitzer dieses Mantels war? Ist das Dorf bekannt? Und ist das so genau nachzuverfolgen?

O-Ton Francesco Frizzera: Das Dorf ist nicht bekannt. Mit vielen kolonialen Exponaten ist es richtig, richtig schwierig, hundertprozentig die gesamte Geschichte der Exponate zu … wiederbauen … ganz genau zu kennen. Das ist in der Tat ein ganz besonderer Fall. Wir haben hier im Museum mehrmals in unseren Depots mehrere koloniale Exponate und für diese Exponate wissen wir richtig, richtig wenig. Das ist ganz besonders, weil wir den Träger kennen, wir haben Zeit gehabt, mit dem Sohn ganz genau zu unterhalten und etwas mehr über diese Person wissen. Er hat ein paar Bücher geschrieben. Deswegen wir haben sozusagen 95% der Geschichte wiedergebaut. Das ist aber ein einziger Fall. In mehr anderen Fällen wir wissen richtig, richtig wenig, wir können auch sagen, zu wenig über diese Exponate.

AK: Nach unserem Besuch in Rovereto informiere ich mich weiter über Amedeo Guillet. So wie Francesco erzählt hat, ist er bekannt dafür, wie fair er mit seinen Verbündeten umgegangen ist. Und sogar mit seinen Feinden! Er widersetzte sich zum Beispiel einem Befehl des Oberbefehlshabers Rodolfo Graziani, der für seine Grausamkeit bekannt war. Der hatte angeordnet, alle Feinde nach ihrer Festnahme sofort zu töten. Guillet bot ihnen stattdessen an, auf die italienische Seite zu wechseln. Die Geschichte mit der Schafsherde klingt also tatsächlich glaubwürdig. Damit ist dieser Mantel im Kriegsmuseum ein wirkliches Geschenk gewesen. Aus einem ganz privaten Grund wurde Guillet der Mantel überreicht.

Das könnte bei Enea Navarini auch der Fall gewesen sein. Enea Navarini, der General, den ich Euch in der letzten Folge vorgestellt habe und der während des Italienisch-Abessinischen Krieges auch in Äthiopien stationiert war. Er hat den äthiopischen Mantel mit nach Meran und in die Villa Freischütz gebracht.

Am Anfang unserer Recherchen waren wir noch unsicher, ob der Mantel tatsächlich durch IHN in die Sammlung der Villa Freischütz gelangt ist. Aber inzwischen halten Hannes Obermair, mit dem ich das Projekt zusammen realisiere, und ich das für gesichert.

MUSIK

ERSTENS gibt es nicht den kleinsten Hinweis darauf, dass der Mantel durch eine ANDERE Person in das Museum gekommen ist. Weder Franz Fromm, Enea Navarinis Schwiegervater, der Kunstsammler, durch den die allermeisten Objekte in die Sammlung gelangt sind, noch seine Kinder und auch keine der Angestellten hatte sonst IRGENDEINE Verbindung zu Afrika.

ZWEITENS gibt es nicht nur den Mantel in der Sammlung, sondern noch weitere Gegenstände aus Abessinien, die Enea Navarini mitgebracht hat: Hornbecher und Schmuck und zwei Schilde, Speere und Säbel und religiöse Manuskripte. Von den Rhinozeroshörnern habt Ihr in der letzten Folge schon gehört.

DRITTENS haben wir zwei Fotos, die Navarini zeigen, wie ihm Geschenke überreicht werden. Auf dem einen Foto bekommt er von zwei äthiopischen Zivilisten einen Säbel (so einen, wie es sie auch in der Villa Freischütz gibt). Auf dem anderen Foto wird Navarini von einem einheimischen Priester mit einem Kreuz gesegnet, ein anderer Priester hält schon einen Gegenstand aus Stoff (leider nicht unser Mantel!) bereit, um ihn Navarini zu überreichen.

Aber zurück dazu, wie GENAU Enea Navarini an den Mantel gekommen ist:

Nehmen wir an, er hat ihn so wie Amedeo Guillet aus Dankbarkeit oder als Anerkennung seiner Persönlichkeit von einem äthiopischen Verbündeten geschenkt bekommen. Dann würde ich sagen, ihn zur Rückgabe anzubieten, könnte fast als Beleidigung betrachtet werden. Denn der Mantel wäre ihm wirklich aus freien Stücken übereignet worden. Das als Zwang, weil im kolonialen Zusammenhang geschehen, zu interpretieren, würde aus dem Schenkenden in diesem Fall zu Unrecht ein Opfer machen, ihm seine Handlungsmacht absprechen – oder was meint Ihr?

Ganz zu Beginn unserer Recherchen habe ich mich mit Hannes über die verschiedenen Möglichkeiten, wie Navarini in den Besitz des Mantels gelangen konnte, ausgetauscht; ein vorsichtiges Herantasten an das Thema. Hannes sprach damals von „Beutegut“ und ich hakte nach:

O-Ton Ariane Karbe: Hannes, kannst du noch mal, weil du eben „Beutegut“, den Begriff, genannt hast, kannst du noch mal beschreiben, in welchem Fall es sich denn um Beutegut handeln würde?

O-Ton Hannes Obermair: Ich habe den Begriff jetzt deswegen verwendet, ich komme ja ursprünglich aus einer anderen Richtung zu dem Thema, also sozusagen vom historisch-politischen Kontext, das Thema des Äthiopienkrieges, des Abessinienkrieges, wie immer man ihn nennt. Das war sozusagen der Hintergrund, von dem her mich das Thema sofort auch angesprochen hat, weil dieser Probelauf für den Zweiten Weltkrieg, wie er auch genannt wurde, mit Giftgaseinsatz, also mit genozidalen Formen der Kampfführung natürlich vorgreift der Kriegsführung des Zweiten Weltkrieges, also vor allem dann im Russlandfeldzug etwa. Es war ein genozidaler Krieg in Ostafrika, den das faschistische Italien führt, völkerrechtswidrig. Und was zugleich eine enorme Form der Aneignung auch dieses Landes und alles dessen, was dieses Land besitzt, an Rohstoffen, an Potenzial auch, an Prestige nach sich zieht. Und in diesem Kontext ist sozusagen Kulturgut, das aus Äthiopien, Abessinien, Eritrea nach Italien gelangt ist in dieser Zeit, die Stele von Axum als Paradebeispiel dafür, grundsätzlich Beutegut insofern als auch legalisierte oder im Kontext der Zeit legalisierte Formen der Übertragung natürlich nur ein Machtverhältnis kaschieren. Selbst bei legalen oder halblegalen Übergangsformen ist es natürlich ein Machtverhältnis, das diesen Übergang überhaupt erst möglich gemacht hat. In diesem Fall kann ich mir durchaus vorstellen, beim Mantel, dass er als Geschenk eines Stammesfürsten an Navarini übertragen worden sein kann. Also, es hat vermutlich einen symbolischen Übergang, eine symbolische Übertragung, die ja immer auch eine Übertragung von Machtinsignien ist, gegeben. Aber der Vorgang lässt sich ja nur lesen als Aneignungsprozess, der zugleich eine Art Machttransfer verdeutlicht.

O-Ton Ariane Karbe: Würdest du also tatsächlich … nehmen wir nur mal an, Enea Navarini hätte diesen Mantel auf dem Markt gekauft. Würdest du selbst dann das als Beutegut bezeichnen, weil es im großen kolonialen Zusammenhang erworben wurde?

O-Ton Hannes Obermair: Dann wäre es sozusagen die harmonische Form eines Beutegutes, wenn man so will. Ich kann mir einen solchen Vorgang aber nicht vorstellen, denn solch ein aufgeladener Mantel, der ja unglaubliche Bedeutung hatte im Kontext der äthiopisch-abessinischen Gesellschaft, der kann nur entweder durch Tod des Trägers, den also Navarini oder seine Leute getötet haben, bei Kampfhandlungen, er war ja in Kampfhandlungen verwickelt, in Polizeiaktionen, oder eben als Übergabe, so zu sagen des Vercingetorix-Schwertes, das er vor die Füße Cäsars wirft, also der besiegte Gegner. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er ihn gekauft haben mag, sondern ihm war vermutlich selbst wichtig, so wie der gesamten italienischen Herrschaft in Ostafrika, dass ihre Position legitimiert würde von den Unterworfenen. Das ganze Programm, auch das Bauprogramm in Ostafrika, etwa in Addis Abeba oder Asmara, zielt ja darauf ab, diese Hierarchie von Kolonialisten und Unterworfenen zu zementieren. Und auch der Übergang des Mantels muss in einem solchen… oder macht eigentlich am meisten Sinn, wenn man ihn in einem solchen Kontext sieht und deutet. Also, er muss übergeben worden sein. Als Geste der Unterwerfung oder eben einem toten Gegner abgenommen worden sein. Als Skalp sozusagen, als kultureller Skalp.

AK: Dass Navarini den Mantel von äthiopischen Verbündeten als Zeichen der Unterwerfung oder der Kollaboration überreicht bekommen hat, ist auch heute noch, nach Monaten intensiver Recherchen, die Möglichkeit, die uns am wahrscheinlichsten scheint. Dafür spricht, dass gerade solche Prunkgewänder oft verschenkt worden sind, um Bündnisse zu festigen.

Das hat auch Angela Roberts erzählt, eine Engländerin, die halb in Meran und halb in Äthiopien wohnt. Sie habe ich in einem Café getroffen, um ihr von unserem Projekt zu erzählen und sie um Hilfe bei unseren Recherchen zu bitten. Angela wird in der nächsten Folge noch einmal wichtig werden.

O-Ton Ariane Karbe: Sie haben ja gleich gesagt, das ist eine Kriegeruniform, oder?

O-Ton Angela Roberts: Nein, das ist mehr eine Anerkennung kann man sagen, a recognition of a great man, ein Mann, der Soldat ist, vielleicht ein Kommandant ist oder auch manche Ärzte, aber jetzt rede ich von vor 150 Jahren. Emperor Menelik hat oft ein mal gesagt: ”And a cape for you and a cape for this man and a cape for that man.” Die Erfinder aus England zum Beispiel haben capes bekommen. Jemand aus Deutschland, der eine Straße oder eine Brücke in Addis gebaut hat, auch die Franzosen, die eigentlich die Eisenbahn zwischen Addis und Djibouti gebaut haben, haben auch etwas Ähnliches bekommen. Aber normalerweise Ausländer nicht so oft.

AK: Emperor Menelik – Kaiser Menelik! Erinnert Ihr Euch aus der letzten Folge an ihn? Mit DER Frage sind wir ja in das Projekt eingestiegen, ob der Mantel einst ihm gehört haben könnte. So abwegig ist das also gar nicht gewesen! Allerdings ist er schon 1913 gestorben, lange also bevor Enea Navarini nach Äthiopien gekommen ist.

Im Weltmuseum in Wien gibt es ein Prunkcape, das Menelik 1905 Kaiser Franz Joseph geschenkt hat. Geschickt schmiedete der abessinische Kaiser diplomatische Bündnisse mit Großmächten in Europa. Er wollte sich so auf Augenhöhe ihnen gegenüber positionieren, auch einer möglichen Kolonialsierung vorbeugen. Und dafür setzte er eben auch Geschenke ein. In den Königlichen Sammlungen in London befindet sich ein Mantel, den er 1911 an König George den Fünften sandte, als dieser gekrönt wurde. Nach meinem Verständnis wären das damit Objekte, die sich aus heutiger Sicht legitim in den europäischen Museen befinden, also NICHT zurückgegeben werden müssten, sollten, könnten.

Und jetzt kommt’s: im Museo delle Civiltà, im Museum der Zivilisationen, in Rom gibt es 20 solcher Prunkgewänder. 20! Das ist deswegen für unsere Recherchen so interessant, weil das Museum eine spannende Geschichte hat: 2016 ist es aus dem Zusammenschluss von vier verschiedenen Nationalmuseen entstanden. Ein Jahr später ist das Museo Coloniale hinzugefügt worden. Das Kolonialmuseum! Mussolini hatte es 1923 eröffnet, zu Propagandazwecken. Es ist mehrmals umgezogen, war lange Jahre geschlossen und wird zurzeit völlig neu ausgerichtet. Hannes und ich haben die Kuratorinnen Gaia Delpino und Rossana di Lella interviewt und das haben sie zu ihren Mänteln, den „Mantelle“ erzählt:

O-Ton Ariane Karbe: Anddoes the collection include a similar cloak (a lembd)? Do you have such a cape?

O-Ton Rossana di Lella: Si, allora, noi all’interno di queste collezioni abbiamo, credo proprio, quindici oggetti.

O-Ton Ariane Karbe: Quindici?!

O-Ton Rossana di Lella: In italiano le tradurremo come delle “mantelle”. Sono delle mantelline, nella descrizione troviamo solitamente quindici mantelline regali in pelle di leone.

O-Ton Ariane Karbe: Is it possible to get some pictures of the mantelle?

O-Ton Rossana di Lella: Certo, sì!

O-Ton Ariane Karbe: That would be perfect because the one of the Villa Freischütz has very rich embroidery and that seems to be very rare, and so I can’t find out anything about if it was a special cape. We know that they were given to warriors who were very brave, and so it was a sign for noblemen to wear them but I would like so very much to find out if there’s a hint which kind of warrior or in which region or if it was a special thing. And there was one very, very important resistance fighter, you can call him, on the ethiopian side, and the general Enea Navarini was involved in chasing this ethiopian soldier. So there’s still the hypothesis that perhaps, perhaps, perhaps the cape had belonged to this very important figure for ethiopian history. Probably we will never find out, it’s impossible to reconstruct, but I’m still trying and so it would be very useful to see which kind… That would be perfect. Thank you very much!

O-Ton Gaia Delpino: I would like to add that al museo preistorico etnografico, il museo etnografico all’interno del museo delle civiltà, abbiamo invece cinque mantelle (mantelline) provenienti dall’Etiopia. Abbiamo qualche dato. Sappiamo quando sono entrate a far parte delle collezioni del museo e sappiamo che sono oggetti di grande valore perché erano doni importanti che sono stati fatti a Re Vittorio Emanuele III di Savoia e prima ancora a suo padre Re Umberto I. E possiamo mandare anche foto di queste cinque, if you like.

O-Ton Ariane Karbe: Yes! Wow, that’s perfect!

O-Ton Gaia Delpino: And the data that we have.

O-Ton Ariane Karbe: That’s great, okay. You know, meanwhile we know of some of these capes within European museums and it’s so interesting because every cape has its own history and story.

O-Ton Gaia Delpino: Yes, every object.

AK: Fünf der Gewänder waren also dem Italienischen König Viktor Emanuel III. und seinem Vater geschenkt worden. Viktor Emanuel war 46 Jahre lang König von Italien! 1936 bis 1941 war er damit auch – Kaiser von Abessinien! Woher die 15 anderen Mäntel stammen, ist völlig unbekannt und Rossana erzählt warum:

O-Ton Rosanna di Lella: Qui invece, nel caso delle collezioni coloniali trattiamo invece di oggetti che sono stati presi, sotratti, raccolti nelle ex-colonie italiane e quindi quando parliamo di queste collezioni con Gaia, cogli altri colleghi diciamo sempre: sono tutti oggetti potenzialmente sensibili, perché sono stati tutti raccolti in un contesto in cui le questioni di potere tra le diverse parti non erano omogenee, non erano equilibrate, ovviamente. E all’interno di questa collezione, diciamo in qualche modo tutta sensibile storicamente, abbiamo anche degli oggetti sensibili per la loro storia, per come sono stati costruiti, per chi gli ha presi, insomma. Poi parleremo anche della provenienza di questi oggetti. Purtroppo accenno solamente il fatto che su queste collezioni non c’è stata la raccolta di dati specifici sulla provenienza, sul collezionista, sull’anno d’ingresso, perché il museo coloniale non aveva un libro d’ingresso degli oggetti. Non aveva nessuna forma di archiviazione, perché era un museo che dipendeva dal ministero delle colonie, come appunto abbiamo accennato è un museo di propaganda, non un museo di raccolte scientifiche, non un museo con una finalità di conoscienza come gli altri musei scientifici, etnografici dell’epoca. Quindi, non sappiamo quasi nulla delle provenienze.

AK: Das hat also mit der speziellen Geschichte des Kolonialmuseums zu tun: alle Objekte wurden in den italienischen Kolonien Lybien, Somalia, Eritrea und Abessinien zusammengetragen und zwar nicht, um etwas über die Kulturen zu erfahren, sondern rein zu Propagandazwecken. Es gab kein Inventarbuch wie sonst in Museen üblich, wo die Objekteingänge notiert werden. Rossana sagt, dass durch diesen speziellen Anschaffungszweck im Grunde ALLE Objekte, die sich in der Sammlung des ehemaligen Kolonialmuseums befinden, belastet sind.

In dem Interview habe ich übrigens gerade die dritte und letzte Möglichkeit erwähnt, die Hannes und mir plausibel erscheint, wie Enea Navarini an seinen äthiopischen Mantel gekommen sein könnte. Wir können nicht ausschließen, dass er ihn tatsächlich von einem Feind erbeutet hat. Navarini war am Anfang seiner Stationierung direkt an Polizeiaktionen zur Verfolgung der äthiopischen Freiheitskämpfer*innen beteiligt, so wie auch Amedeo Guillet.

Der bereits erwähnte Oberbefehlshaber Rodolfo Graziani hatte zu diesem Zweck eine Spezialeinheit gegründet, angeführt wurde sie von Brigadegeneral Carlo Geloso. Die Einheit verfolgte speziell den Widerstandskämpfer Ras Desta Demtu und seine Truppen und setzte dafür auch Giftgas ein.

MUSIK: Marion Moroder: Reverse

Emilie Vorhauser liest zwei Briefe von Enea Navarini vor:

11. November 1936

Geliebte Luisa,

Ich bin auf dem Marsch gegen Norden. Ras Desta, welcher vor uns war, zieht sich zurück, andernfalls er in eine Falle geraten würde, da die Colonna Geloso auf dasselbe Ziel marschiert. Die Eingeborenen unterwerfen sich und wollen mit uns kämpfen. Mir geht es ausgezeichnet. Sage Paolo, dass ich zwei schwarze Diener habe, sie sind sehr brav. Nachts wacht immer einer in meinem Zelt. Wir werden große Schwierigkeiten haben auf den Straßen, aber wir gehen vorwärts. Die Flugzeuge begleiten uns fortwährend. Ich habe einen ausgezeichneten schwarzen Koch. (…) Denke Dir, dass wir heute frische Tomaten, Böhnchen, Pepperoni hatten, sie sind von Neghelli gekommen. Bis heute fehlt uns noch nichts, wir haben Mineralwasser, Chianti Wein, nur beim Obst müssen wir mit dem aus den Schachteln vorlieb nehmen. Die schwarzen Soldaten, die bei uns sind, sind wirklich prachtvoll – die weißen tun alles, was sie können. (…) Du kannst wirklich beruhigt sein, denn alles geht gut und wird immer besser werden. (…) Ich denke immer an Euch und mein einziger Wunsch ist, dass es Euch gesundheitlich so gut geht wie mir. Und Du musst mit Erna zum Kino gehen, darfst  nicht immer zu Hause sitzen. (…) Grüße den Papà! Ich schicke Dir diesen Brief, weil ich Gelegenheit habe, ihn mitzugeben nach Neghelli. (…)

Viele Grüße an alle im Hause. Herzlichen Kuss Dir, Kuki und Bubi.

Dein Dich liebender Enea

17. November 1936

Geliebte Luisa

Ich bin auf dem Marsch gegen Allata – an der Spitze meiner Kolonne. Der Gouverneur ersucht mich, rasch vorzugehen, aber ich kann nicht; nach und nach, wie man marschiert, muss man die Straßen, Brücken etc. bauen. (…) Das Klima ist ausgezeichnet, immer heiter. Die Abessinier ziehen sich zurück, die Bevölkerung unterwirft sich, andere bitten uns um unseren Schutz, aber sie sind so weit entfernt von uns, dass es nicht möglich ist. Mir geht es gut, ich schlafe immer unter dem Netz – ich habe zwei (…) Carabinieri als Wache. Viel Arbeit – ich bin den ganzen Tag außerordentlich beschäftigt. (…) Wie steht es in der Schule mit unseren Kindern? Studieren sie? Und geht es Euch gut? Du musst immer ruhig bleiben und an alles Gute denken. Ich habe Euch immer im Herzen. Ich wünsche, dass die Kinder Dich fröhlich machen. Grüße den Papà und alle dort herzlich. Denke daran, dass es mir ausgezeichnet geht. Ich befinde mich fast 2000 m hoch, aber es geht mir gut. Ich umarme Dich, die Kinder herze ich und küsse Euch.

Herzlichst Enea

MUSIK: Marion Moroder: Reverse

AK: Ras Desta Demtu wurde schließlich am 24. Februar 1937 gefangen genommen und nach einem Schnellverfahren gehängt. Sein Leichnam wurde einen Tag lang zur Abschreckung öffentlich zur Schau gestellt.

Es gibt ein Foto in der Sammlung der Villa Freischütz von einem Haus, in dem Ras Desta Demtu gewohnt hat. Daher der Gedanke, Navarini hätte sich vielleicht dort Besitztümer von Ras Desta Demtu angeeignet.

In einem italienischen Militärforum im Internet hat ein Teilnehmer erst im März 2020 Fotos von einem abessinischen Schwert veröffentlicht. Er behauptete, das Schwert und auch noch andere Gegenstände stammten von Ras Desta Demtu. Er hätte sie von dem Sohn des Generals Archimede Mischi geschenkt bekommen.

Ein anderer Teilnehmer des Forums verfasste dazu den Kommentar:

„Was soll ich sagen, vor solchen Museumsstücken kann man sich nur verneigen! Herzlichen Glückwunsch!“

Welche unserer drei Thesen der Wahrheit entspricht, werden wir wahrscheinlich nie erfahren. Aber wir sind ein großes Stück dabei weiter gekommen, uns eine Position zu einer möglichen Restitution zu erarbeiten. Dabei hat der Austausch mit unseren Kolleg*innen uns sehr geholfen. Denn sie alle haben wir gefragt, wie sie zur Restitution allgemein und speziell einer Rückkehr unseres Mantels nach Äthiopien denken. Dazu in der nächsten Folge mehr. Aber eine Antwort möchte ich hier schon mit Euch teilen. Denn sie führt zu dem Punkt, der – wie ich in der letzten Folge schon angedeutet habe – unser Konzept völlig auf den Kopf gestellt hat. Denn wir sind nicht nur nach Rovereto und Rom „gereist“, also in den Süden, sondern auch in den Norden, nach Tirol. Das Museum der Völker in Schwaz nimmt auch am Euregio-Museumsjahr teil. Ich habe die Leiterin des Museums, Lisa Noggler-Gürtler, zu ihrer äthiopischen Sammlung befragt (sie wurde erst in den 1960er Jahren zusammengetragen, erzählt also wieder eine andere Geschichte) und dann:

O-Ton Ariane Karbe: Und dann wollte ich dich fragen zur Restitution. Wenn ich das jetzt so beschreibe: wir wissen noch nicht genau unter welchen Umständen Enea Navarini an den Mantel gelangt ist, aber auf jeden Fall ist er ja als Kriegsherr dagewesen und hat gekämpft. Also ich sage immer so: es hängt so oder so, egal wie man es wendet, Blut an diesem Mantel und ich finde aber auch genau diese Diskussion über Restitution spannend. Ich merke jetzt schon wie wahnsinnig uns…, also dieser Mantel dient einfach toll als Gesprächsanlass. Und absurderweise, je stärker wir uns damit beschäftigen, desto stärker verwächst er mit der Sammlung der Villa Freischütz. Auf eine Art wird es immer berechtigter, dass er auch in der Sammlung ist, wenn er zu so einem Projekt dienen kann. Dass heißt immer noch nicht, dass ich nicht offen bin, also das hängt ja vor allen Dingen vom Vorstand der Stiftung ab aber die sind da sehr offen was eine Rückgabe angeht. Und da auch in die Diskussion zu gehen. Aber das ist trotzdem eine Entwicklung, die ich sehr interessant finde, weil ich am Anfang des Projektes gedacht habe, so für mich einfach, für meine Position: Ja, ich denke, der sollte zurückgehen, wenn er gewünscht wird. Das ist ja immer die Frage, passt er da überhaupt in eine Museumssammlung? Gibt es da schon viele andere Objekte? Da bin ich auch dran an der Frage und die ist dann ja auch direkt zu stellen. Aber dazu würde mich einfach mal deine Meinung interessieren.

O-Ton Lisa Noggler-Gürtler: Ja, ich finde das immer interessant, weil das Museum ist natürlich ein europäisches Konzept. Abgesehen davon muss man natürlich die Umstände für dieses eine Objekt erklären oder recherchieren, ob das funktioniert oder nicht. Aber ich kann sehr gut verstehen, dass es mit der Sammlung verwächst, weil man eben über diese Objekte vieles erzählen kann, das lange Zeit verschwiegen wurde. Das Problem, das ich immer sehe ist, wenn ich zum Beispiel Kinderausstellungen mache, dann habe ich immer für mich die Frage: Muss ich ihnen erklären, dass etwas unrecht war, damit sie dann verstehen, dass man etwas richtig machen muss oder soll ich es einfach nur richtig machen? Weißt du, was ich meine?

O-Ton Ariane Karbe: Nein.

O-Ton Lisa Noggler-Gürtler: Ich versuche, es anders zu sagen. Im Humboldt Forum durfte ich eine Kinderaustellung kuratieren, die jetzt gerade eröffnet wurde. Das Humboldt Forum ist ja vor einem Monat eröffnet worden mit fünf Ausstellungen. Es ist bei weitem noch nicht alles drin, aber es gibt bis jetzt fünf Ausstellungen und eine davon ist die „Nimm Platz!“, das ist eine Kinderausstellung für 3 bis 10 Jahre und da haben wir auch sehr intensiv über die Frage diskutiert, wenn wir Objekte aus dem ethnologischen Museum ausstellen, was erzählen wir über sie. Erzählen wir über sie, dass sie vielleicht nicht ganz rechtens hierher gekommen sind, dass da gerade nachgedacht wird, wie das funktioniert hat, warum sind die überhaupt da? Oder versuche ich, diese Metaebene aufzumachen, dass ich in dieser Ausstellung und die Ausstellung heißt sinnigerweise „Nimm Platz!“, also „Nehmt euch den Platz!“, dass in dieser Ausstellung einfach alle willkommen sind, dass es eben auf Augenhöhe funktioniert, dass es so gut wie möglich keine Unterschiede gibt zwischen verschiedenen Inklusionsgruppen, zwischen verschiedenen Herkunftsgesellschaften etc., also ein Forum zu schaffen, wo bestimmte Fragen gar nicht erst aufkommen, weil sie uninteressant geworden sind, wie zum Beispiel das böse Wort „Hautfarbe“ etc. Also die Frage ist für mich immer: Brauche ich diese Objekte, um eine Geschichte zu erzählen, damit sie nie mehr wieder passiert oder versuche ich in einem Museum ein Klima zu schaffen, dass es ganz klar ist, wes Geistes Kind wir sind? Vermutlich braucht man beides, aber es ist für mich immer so eine spannende Frage.

AK: Das war genau der Punkt, an den Hannes und ich bei unseren Ausstellungsplanungen auch schon angelangt waren. Wir hatten uns bei einem Treffen in der Villa Freischütz darüber ausgetauscht, was wir mit der Ausstellung bewirken wollten, hatten die Idee entwickelt, dass die Besucher*innen den Mantel begleitet von Musik betrachten sollten, erste Gestaltungsideen skizziert – und plötzlich hatte ich innegehalten und Hannes gefragt: „Sag mal, wie würde die Ausstellung in einer idealen Welt aussehen müssen?“ Wir schauten uns an. Die Antwort lag auf der Hand: in einer idealen Welt, wo wir anderen Kulturen absolut gleichberechtigt begegnen würden, wäre der Einbezug von äthiopischen Gesprächspartner*innen ein absolutes Muss, oder besser gesagt: eine Selbstverständlichkeit.

Und so entschlossen wir uns zu einem Experiment: wir würden die Ausstellung genau SO verwirklichen, wie wir es uns vorstellten: ein weißer Südtiroler und eine weiße Berlinerin. Und dann das Ganze offensiv vor allem nach äthiopischer Seite hin zur Diskussion öffnen. Und schauen, was passierte. Und gegebenenfalls die Ausstellung noch einmal radikal verändern. Oder eine zusätzliche Folge dieses Podcasts produzieren, dann auf Englisch… Oder was auch immer… Wir würden sehen.

Warum uns dieser Entschluss dazu brachte, daran zu zweifeln, ob wir dieses Projekt jemals hätten beginnen sollen – davon erzähle ich Euch in der nächsten Folge.

LIED VON MARION MORODER „Eine weite Reise“

AK: Das Lied hat Marion Moroder geschrieben und komponiert. Vielen Dank an Walter Gufler für das Transkribieren der Briefe und an Emilie Vorhauser für das Vorlesen. Vielen Dank für die Interviews an Francesco Frizzera, Marco Leonardi Scomazzoni, Lisa Noggler-Gürtler, Gaia Delpino, Rossana Di Lella und Angela Roberts.

ITALIANO

Podcast: Il mantello etiope: secondo episodio „Verso sud, verso nord!

Villa Freischütz, Fondazione Navarini-Ugarte, Merano

Autrice: Ariane Karbe

CANZONE DI MARION MORODER “Un lungo viaggio” (ritornello)

Ariane Karbe (AK):

Sono per strada a Merano, in sottofondo sentite il Passirio. E sto partendo per andare a Rovereto, al Museo della Guerra. Anche quel museo, come noi, partecipa all’anno museale dell’Euregio, che si celebra in Alto Adige e nelle due regioni confinanti, la Provincia di Trento e il Land del Tirolo. Durante il primo incontro che abbiamo tenuto a Bolzano, il nostro collega di Rovereto, Davide Zendri, ci ha raccontato che beh… un mantello così esiste anche nella loro collezione. Ci ha invitati e ovviamente abbiamo subito accettato. “Noi” siamo Herta Waldner ed io. Herta la conoscete già dall’ultimo episodio. È la presidente della Fondazione Navarini-Ugarte, che gestisce Villa Freischütz. Oggi viaggerò insieme a lei. Al Museo della Guerra abbiamo appuntamento con il direttore Francesco Frizzera, che si è detto disponibile a raccontarci di più sul LORO mantello. Forse scopriremo come esattamente il NOSTRO mantello sia finito a Villa Freischütz. Perché di questo parliamo, in questo podcast. E quindi di cosa ciò significhi e se il mantello debba essere riconsegnato all’Etiopia. Ah, vedo già Herta che come sempre mi aspetta davanti al Meraner Hof… E via verso il Trentino!

MUSICA                                           

State ascoltando IL MANTELLO ETIOPE. Una storia di guerra, colpa e dimenticanza. È anche la storia di come un piccolo museo possa porsi delle domande importanti. Questo podcast è una produzione della Fondazione Navarini-Ugarte e parte dell’anno museale dell’Euregio. Io sono Ariane Karbe, drammaturga delle esposizioni.

Episodio 2: Verso sud, verso nord.

AK: Il manto del Museo della Guerra di Rovereto è meraviglioso. Herta ed io siamo quasi un po’ invidiose. Il suo stato di conservazione è perfetto. Al contrario di quello di Villa Freischütz, la pelliccia di leone sulle spalle è maestosa e integra. Francesco ha portato con sè anche Marco Leonardi Scomazzoni, il curatore, e insieme ci raccontano che il mantello è entrato nella loro collezione attraverso Amedeo Guillet.

Guillet era un ufficiale italiano che nel 1939 si fece inviare in Abissinia, per combattere contro la resistenza etiope. Ufficialmente, Mussolini aveva dichiarato la guerra conclusa già tre anni prima. Allora, il territorio costituito dalle esistenti colonie dell’Eritrea e della Somalia era stato riunito sotto il nome di Grande Colonia dell’Africa Orientale Italiana. Di fatto, però, i e le combattenti per la liberazione dell’Etiopia (tra loro erano presenti anche donne) si erano dimostrati piuttosto tenaci. Il paese non fu mai del tutto pacificato fino alla fine della dominazione coloniale italiana nel 1941. Questo fatto sarà un aspetto molto importante del prossimo episodio, ovvero il fatto che l’Italia abbia posseduto l’Etiopia come propria colonia solamente per pochi anni e che in precedenza l’Etiopia non sia mai stata assoggettata a dominio coloniale, unico paese di tutta l’Africa.

RUMORE DI ZOCCOLI

Guillet, dunque, un abile cavaliere, aveva ottenuto il compito di costituire in Etiopia un’unità di cavalleria, composta da guerrieri etiopi, eritrei e yemeniti, con i quali combatté la resistenza nel Paese.

Francesco racconta che Guillet aveva un rapporto particolarmente positivo con la popolazione etiope, e spiega come è entrato in possesso del mantello:

O-Ton Ariane Karbe: E questo mantello, se ho capito bene, lo ha ricevuto esplicitamente per aver salvato, riscosso, le greggi di questi etiopi, e l’ha ricevuto come ringraziamento?

O-Ton Francesco Frizzera: Sì, esattamente, esattamente così. Il mio tedesco non è molto buono. È molto probabile, perché aveva un rapporto molto particolare con i guerrieri.

O-Ton Ariane Karbe: Se la storia della provenienza del mantello è così lineare, è quindi possibile rintracciare chi fu il portatore e proprietario di questo mantello? Si conosce il villaggio di provenienza? Ed è possibile arrivare a questo grado di precisione?

O-Ton Francesco Frizzera: Il villaggio non è conosciuto. Con molti oggetti di origine coloniale è davvero, davvero difficile ricostruire… cioè conoscere con certezza al cento per cento l’intera storia degli oggetti. Qui si tratta di un caso davvero molto particolare. Qui nel museo, nei nostri depositi, abbiamo diversi oggetti espositivi coloniali di cui conosciamo davvero poco. È una circostanza peculiare, perché conosciamo chi lo ha indossato, abbiamo avuto il tempo di parlarne in profondità con il figlio e di sapere di più su questa persona. Ha scritto alcuni libri. Quindi abbiamo potuto ricostruire la storia, diciamo al 95%. È però un caso unico. In molti altri casi sappiamo davvero, davvero molto poco, possiamo addirittura dire quasi nulla su quegli oggetti.

AK: Dopo la nostra visita a Rovereto, continuo ad informarmi su Amedeo Guillet. Come ha raccontato Francesco, è conosciuto per la correttezza con cui si è rapportato con i suoi alleati. E persino con i suoi nemici! Si oppose, ad esempio, persino ad un ordine del generale Rodolfo Graziani, noto per la sua ferocia. Aveva ordinato di uccidere tutti i nemici subito dopo la cattura. Guillet propose invece loro di passare dalla parte degli italiani. La storia delle greggi sembra quindi effettivamente verosimile. E quindi il mantello del Museo della Guerra è stato davvero un regalo. Fu dato a Guillet per un motivo del tutto privato.

Potrebbe essere stato il caso anche per Enea Navarini, il generale che vi ho presentato nell’ultimo episodio e che era altrettanto stazionato in Etiopia durante la guerra italo-abissina. È stato lui a portare il mantello a Merano, a Villa Freischütz.

All’inizio delle nostre ricerche eravamo ancora incerti se il mantello fosse stato portato proprio da LUI nella collezione della villa. Nel frattempo, sia io che Hannes Obermair, con cui ho realizzato questo progetto, lo riteniamo certo.

MUSIK

PER PRIMA COSA non esiste alcun indizio che il mantello sia stato portato al museo da un’ALTRA persona. Né Franz Fromm, il collezionista, suocero di Enea Navarini, che ha raccolto la maggior parte degli oggetti della collezione, né i suoi figli e neppure i suoi dipendenti ebbero ALCUNA connessione con l’Africa.

IN SECONDO LUOGO, non esiste solamente il mantello nella collezione ma anche altri oggetti provenienti dall’Abissinia, che sono stati portati da Enea Navarini: coppe di corno e gioielli, due scudi, lance e sciabole e manoscritti religiosi. Dei corni di rinoceronte avete già sentito raccontare nello scorso episodio.

INFINE, abbiamo due fotografie che mostrano Navarini mentre riceve dei doni. In una delle fotografie riceve una sciabola da due civili etiopi (una sciabola come quelle esistenti nella villa). Nell’altra foto si vede Navarini mentre viene benedetto con una croce da un sacerdote locale, mentre un secondo religioso tiene in mano un oggetto di stoffa (purtroppo non il nostro mantello!) in attesa di consegnarlo a Navarini.

Ma torniamo a come ESATTAMENTE Navarini sia potuto entrare in possesso del mantello: supponiamo che lo abbia ricevuto in dono, come Amedeo Guillet, in gesto di gratitudine o come riconoscimento della sua persona da parte di qualche alleato etiope. Direi quindi che ritornarlo potrebbe quasi essere considerato un’offesa. Perché il mantello gli sarebbe stato davvero donato con un atto di volontà. Interpretarlo come costrizione, perché accaduto in un contesto coloniale, equivarrebbe a fare un torto al donatore, considerandolo una vittima, sottragli il suo potere di libera azione – o cosa ne pensate?

All’inizio della nostra ricerca, mi sono confrontata con Hannes sulle possibili modalità in cui Navarini sarebbe potuto entrare in possesso del mantello; un cauto approcciarsi al tema. Hannes, allora, parlò di “bottino di guerra” e io ho insistito:

O-Ton Ariane Karbe: Hannes, visto che nomini il “bottino di guerra” potresti spiegarmi esattamente in quali casi si tratterebbe esattamente di “bottino”?

O-Ton Hannes Obermair: Ho utilizzato questo concetto perché io mi approccio al tema da un’altra direzione, ovvero da un contesto storico-politico sul tema della guerra di Etiopia, di Abissinia, comunque la si conosca. Questo era lo sfondo che mi ha subito attratto di questo tema, perché questa prova generale della seconda guerra mondiale, come anche è stata chiamata, con impiego di gas, quindi con forme genocidiali di combattimento, di fatto precede la conduzione della seconda guerra mondiale, soprattutto per quel che riguarda la campagna di Russia. Quella che i fascisti hanno condotto in Africa orientale, è stata una guerra genocidiale, contraria ai diritti dei popoli. E allo stesso tempo si è trattato anche di un’enorme appropriazione di quel paese e di tutto ciò che il paese possedeva, in termini di materie prime, con tutto ciò che comporta come potenziale e come prestigio. E in questo contesto, ciò che è giunto in Italia come beni culturali, provenienti da Etiopia, Abissinia ed Eritrea, e la stele di Axum ne è forse l’esempio più lampante, è considerato di fatto bottino visto che anche nel caso di forme legalizzate di sottrazione nel contesto del tempo si tratta fondamentalmente di un rapporto di potere che ha reso possibile questo spoglio in prima istanza. In questo caso, posso assolutamente immaginarmi che il mantello sia stato donato a Navarini da qualche capo delle tribù locali. Si è trattato quindi, possibilmente, di un dono simbolico, che è sempre anche un passaggio di simboli di potere. Ma questa pratica si spiega solamente come processo di appropriazione, che al tempo stesso evidenzia un passaggio di potere.

O-Ton Ariane Karbe: Quindi davvero vorresti… Diciamo che, per dire, Enea Navarini abbia acquistato il mantello al mercato. Lo considereresti comunque un bottino di guerra, perché è stato acquisito in un più ampio contesto coloniale?

O-Ton Hannes Obermair: Diciamo che in questo caso sarebbe una forma armoniosa di bottino di guerra, se la si vuole vedere così. Non riesco, però, a immaginare un processo simile, perché un mantello così simbolicamente carico, che aveva un significato straordinario nel contesto della società etiope-abissina, può essere stato ottenuto solamente grazie alla morte del suo proprietario, quindi ucciso da Navarini o dalla sua gente, oppure nel corso di trattative di combattimento, o operazioni di polizia, oppure, appunto, come cessione, come una sorta di spada di Vercingetorige, quando l’ha deposta ai piedi di Cesare, quindi come vinto di fronte al proprio nemico. Non riesco ad immaginare che l’abbia semplicemente acquistato, invece probabilmente aveva una sua importanza anche per lui, come per tutta la dominazione italiana in Africa orientale, per poter legittimare la propria posizione da parte del popolo sottomesso. L’intero programma, anche il programma di ricostruzione in Africa orientale, come ad Addis Abeba o Asmara, ha come finalità quella di cementare questa gerarchia fra colonialisti e conquistati. E anche il passaggio di mano del mantello deve essere avvenuto in un simile… o meglio ha più senso se lo si vede e lo si spiega in questo contesto. Quindi, deve essere stato ceduto. Come gesto di sottomissione. Oppure sottratto ad un nemico deceduto. Come scalpo, per dire, come scalpo culturale.

AK: Che Navarini abbia ricevuto il mantello da alleati etiopi come simbolo di sottomissione o collaborazione, ci sembra ancora oggi, dopo numerose intense ricerche, l’ipotesi più accreditata. Lo conferma il fatto che proprio questo tipo di indumenti veniva spesso regalato per rafforzare delle alleanze.

Ne ha parlato anche Angela Roberts, un’inglese che vive per metà a Merano e per metà in Etiopia. L’ho incontrata in un caffè per raccontarle del nostro progetto e per chiederle aiuto nelle nostre ricerche. Angela sarà una presenza importante nel prossimo episodio.

O-Ton Ariane Karbe: Lei ha detto, appunto, che si tratta di un’uniforme da guerriero, giusto?

O-Ton Angela Roberts: No, si potrebbe piuttosto dire che si tratta di un riconoscimento, a recognition of a great man, un uomo o un soldato, forse un comandante, ma anche alcuni medici, ma parlo adesso di 150 anni fa. Emperor Menelik ha detto più di una volta: “And a cape for you and a cape for this man and a cape for that man.” Gli inventori inglesi, ad esempio, hanno ricevuto questi mantelli. Qualcuno dalla Germania che ha costruito una strada o un ponte ad Addis, anche i francesi che hanno di fatto costruito la ferrovia tra Addis e Gibuti hanno ricevuto qualcosa di simile. Ma di solito agli stranieri non succedeva spesso.

AK: Emperor Menelik – l’imperatore Menelik! Vi ricordate di lui dall’ultimo episodio? Con QUELLA domanda siamo entrati nel progetto, se il mantello fosse potuto appartenere a lui. Non eravamo quindi così del tutto fuori dal seminato! Però è morto già nel 1913, quindi molto prima che Enea Navarini mettesse piede in Etiopia.

Al Weltmuseum, museo del mondo, di Vienna esiste un mantello cerimoniale che Menelik ha donato nel 1905 all’imperatore Francesco Giuseppe. L’imperatore abissino aveva sapientemente ordito rapporti diplomatici con i potenti d’Europa. Voleva posizionarsi alla pari con loro, anche per tentare di sottrarsi a una possibile colonizzazione. E per questo dispensò anche diversi regali. Nelle collezioni reali di Londra si trova un mantello che egli donò nel 1911 al re Giorgio V in occasione della sua incoronazione. Secondo la mia sensibilità, in questi casi si tratterebbe di oggetti che oggi si trovano legittimamente nei musei europei e che quindi NON dovrebbero né potrebbero essere restituiti.

Ed ora viene il bello: nel Museo delle Civiltà di Roma si trovano 20 mantelli simili. 20! È particolarmente interessante per le nostre ricerche, perché il museo ha una storia particolare: è stato creato nel 2016 dalla fusione di quattro diversi musei nazionali. Un anno dopo è stato integrato anche il Museo Coloniale. Il museo coloniale!! Mussolini lo aveva inaugurato nel 1923 per scopi di propaganda. È stato trasferito più volte, è stato a lungo chiuso al pubblico ed attualmente è in fase di rinnovamento. Hannes ed io abbiamo intervistato le curatrici Gaia Delpino e Rossana di Lella e questo è quello che ci hanno raccontato dei loro mantelli o “mantelle,” come le chiamano:

O-Ton Ariane Karbe: E la vostra collezione comprende comprende un mantello simile? Ne avete anche voi?

O-Ton Rossana di Lella: Si, allora, noi all’interno di queste collezioni abbiamo, credo proprio, quindici oggetti.

O-Ton Ariane Karbe: Quindici?!

O-Ton Rossana di Lella: In italiano le tradurremmo come delle “mantelle”. Sono delle mantelline, nella descrizione troviamo solitamente quindici mantelline regali in pelle di leone.

O-Ton Ariane Karbe: Sarebbe possibile avere delle fotografie di queste mantelle?

O-Ton Rossana di Lella: Certo, sì!

O-Ton Ariane Karbe: Sarebbe Perfetto, perché quella di Villa Freischütz ha un ricamo molto ricco e sembra di essere particolarmente raro e non riesco a capire se si trattasse di una mantella speciale. Sappiamo che erano donate a guerrieri che dimostrassero particolare coraggio, ed era quindi un simbolo da indossare per uomini nobili, ma vorrei davvero scoprire se esiste un indizio su quale tipo di guerriero o sulla regione di provenienza o se si trattasse di un oggetto speciale. E c’era un combattente della resistenza, diciamo, molto, molto importante, sul fronte etiope e il generale Enea Navarini era coinvolto nella cattura di questo soldato. Quindi sussiste ancora l’ipotesi che questa mantella, forse forse forse sia appartenuta a questo importante personaggio della storia etiope. Probabilmente non lo sapremo mai, è impossibile da ricostruire, ma ci sto provando e sarebbe davvero utile vedere quale tipologia… Sarebbe perfetto, grazie mille!

O-Ton Gaia Delpino: I would like to add that al museo preistorico etnografico, il museo etnografico all’interno del museo delle civiltà, abbiamo invece cinque mantelle (mantelline) provenienti dall’Etiopia. Abbiamo qualche dato. Sappiamo quando sono entrate a far parte delle collezioni del museo e sappiamo che sono oggetti di grande valore perché erano doni importanti che sono stati fatti a Re Vittorio Emanuele III di Savoia e prima ancora a suo padre Re Umberto I. E possiamo mandare anche foto di queste cinque, if you like.

O-Ton Ariane Karbe: Yes! Wow, that’s perfect!

O-Ton Gaia: And the data that we have.

O-Ton Ariane Karbe: That’s great, okay. You know, meanwhile we know of some of these capes within European museums and it’s so interesting because every cape has its own history and story.

O-Ton Gaia: Yes, every object.

AK: Fünf der Gewänder waren also dem Italienischen König Viktor Emanuel III. und seinem Vater geschenkt worden. Viktor Emanuel war 46 Jahre lang König von Italien! 1936 bis 1941 war er damit auch – Kaiser von Abessinien! Woher die 15 anderen Mäntel stammen, ist völlig unbekannt und Rossana erzählt warum:

O-Ton Rosanna di Lella: Qui invece, nel caso delle collezioni coloniali trattiamo invece di oggetti che sono stati presi, sotratti, raccolti nelle ex-colonie italiane e quindi quando parliamo di queste collezioni con Gaia, cogli altri colleghi diciamo sempre: sono tutti oggetti potenzialmente sensibili, perché sono stati tutti raccolti in un contesto in cui le questioni di potere tra le diverse parti non erano omogenee, non erano equilibrate, ovviamente. E all’interno di questa collezione, diciamo in qualche modo tutta sensibile storicamente, abbiamo anche degli oggetti sensibili per la loro storia, per come sono stati costruiti, per chi gli ha presi, insomma. Poi parleremo anche della provenienza di questi oggetti. Purtroppo accenno solamente il fatto che su queste collezioni non c’è stata la raccolta di dati specifici sulla provenienza, sul collezionista, sull’anno d’ingresso, perché il museo coloniale non aveva un libro d’ingresso degli oggetti. Non aveva nessuna forma di archiviazione, perché era un museo che dipendeva dal ministero delle colonie, come appunto abbiamo accennato è un museo di propaganda, non un museo di raccolte scientifiche, non un museo con una finalità di conoscienza come gli altri musei scientifici, etnografici dell’epoca. Quindi, non sappiamo quasi nulla delle provenienze.

AK: Ha quindi a che fare con la peculiare storia del museo coloniale: tutti gli oggetti sono stati raccolti nelle colonie italiane di Libia, Somalia, Eritrea e Abissinia, non per imparare qualcosa sulle relative culture, ma per pure scopi di propaganda. Non è mai esistito un registro d’inventario, come accade abitualmente nei musei, dove vengono annotati tutte le acquisizioni di oggetti. Rossana dice che, di fatto, visto questo scopo iniziale di raccolta degli oggetti, TUTTI i pezzi da collezione che si trovano attualmente nell’ex museo coloniale sono gravati di significato.

Nell’intervista, ho citato, tra l’altro, l’unica altra e ultima possibile ipotesi che sia ad Hannes che a me pare plausibile, su come Enea Navarini sia potuto entrare in possesso del suo mantello etiope. Non possiamo escludere che lo abbia effettivamente depredato a un nemico. All’inizio della sua dislocazione in Abissinia, Navarini fu direttamente coinvolto in attività di polizia in persecuzione dei partigiani e delle partigiane etiopi, come fu anche Amedeo Guillet.

Il già citato generale Rodolfo Graziani aveva fondato un’unità speciale proprio dedita a questo scopo, comandata dal generale di brigata Carlo Geloso. L’unità perseguì in particolare il guerrigliero della resistenza Ras Desta Demtu e le sue truppe, impiegando allo scopo anche gas letali.

MUSIK: Marion Moroder: Reverse

Emilie Vorhauser legge due lettere di Enea Navarini

11 novembre 1936

Mia amata Luisa,

Sono in marcia verso nord. Ras Desta, che ci precedeva, ora si sta ritirando, altrimenti sarebbe caduto in una trappola, poiché la Colonna Geloso sta marciando verso lo stesso obiettivo. I nativi si sottomettono e desiderano combattere al nostro fianco. Di’ a Paolo che ho due servitori neri, che sono molto diligenti. Di notte uno monta sempre di guardia nella mia tenda. Incontreremo grandi difficoltà lungo le strade, ma continuiamo ad avanzare. Gli aerei ci accompagnano e spronano. Ho un ottimo cuoco nero. (…) Pensa che oggi abbiamo mangiato pomodori freschi, fagiolini, peperoni, mandatici da Neghelli. Ad oggi non ci manca nulla, abbiamo acqua minerale, Chianti, e solo per quanto riguarda la frutta dobbiamo contentarci di quella in scatola. I soldati neri che sono con noi sono davvero magnifici – i bianchi fanno tutto ciò che possono. (…) Puoi davvero stare tranquilla, perché tutto va bene ed andrà sempre meglio. (…) Penso sempre a voi e il mio unico desiderio e che siate in salute come lo sono io. E devi andare al cinema con Erna, non puoi startene seduta in casa. (…) Saluta il papà! Ti mando questa lettera perché ho l’occasione di mandarla attraverso Neghelli. (…)

Cari saluti a tutti in casa. Un caro bacio a te, Kuki e Bubi.

Il tuo Enea, che ti ama.

17 novembre 1936

Mia amata Luisa,

sono in marcia verso Allata, alla testa della mia colonna. Il governatore mi intima di proseguire rapidamente, ma non posso; man mano che si avanza, bisogna anche costruire le strade, i ponti etc. (…) Il clima è perfetto, sempre sereno. Gli abissini si ritirano, la popolazione si sottomette, altri richiedono la nostra protezione, ma sono talmente lontani da noi che concederla non è possibile. Io sto bene, dormo sempre sotto la zanzariera, ho due (…) Carabinieri di guardia. Il lavoro è tanto, sono straordinariamente occupato tutto il giorno. (…) Come va a scuola, coi nostri bambini? Studiano? E state bene? Devi sempre stare tranquilla e pensare che vada tutto bene. Io vi ho sempre nel cuore. Vorrei che i bambini ti portassero gioia. Saluta il papà e tutti lì da voi, di cuore. Pensa che io sto benissimo. Mi trovo a quasi 2000 m di altitudine ma sto bene. Abbraccio te e i bambini e vi bacio.

Il vostro Enea

MUSIK: Marion Moroder: Reverse

AK: Ras Desta Demtu fu infine catturato il 24 febbraio 1837 e impiccato dopo un processo sommario. Il suo cadavere venne esposto per un intero giorno come monito.

Nella collezione di Villa Freischütz esiste una fotografia di una casa in cui ha vissuto Ras Desta Demtu. Quindi è facile pensare che Navarini si sia forse impossessato lì di alcuni beni appartenuti a Ras Desta Demtu.

In un forum militare italiano su Internet, un partecipante ha postato nel marzo del 2020 la foro di una sciabola abissina. Il membro del gruppo sosteneva che sia la sciabola che altri oggetti fossero appartenuti a Ras Desta Demtu e che li avrebbe ricevuti in regalo dal figlio del generale Archimede Mischi.

Un altro partecipante del forum, rispose con il seguente commento:

“Cosa devo dire, davanti a simili pezzi da museo ci si può solo inchinare! Complimenti vivissimi!“

Quale delle nostre tre ipotesi corrisponda alla realtà, probabilmente non lo sapremo mai. Ma siamo riusciti a fare un bel passo avanti nel definire una nostra posizione rispetto ad un’eventuale restituzione. In questo senso, lo scambio con le nostre colleghe e i nostri colleghi ci è stato di grande aiuto. Abbiamo, infatti, chiesto a tutt* quale fosse la loro opinione riguardo alla restituzione all’Etiopia in generale e nello specifico rispetto al nostro mantello. Di questo vi parleremo più approfonditamente nel prossimo episodio. Perché ci porterà al punto – come vi ho già anticipato nello scorso episodio – che ha completamente stravolto il nostro progetto. Perché non siamo stati „in viaggio“ solamente verso Rovereto e Roma, quindi verso sud, ma anche verso nord, in Tirolo. Il Museum der Völker (Museo dei Popoli) di Schwaz partecipa come noi all’anno museale dell’Euregio. Ho intervistato la direttrice del Museo, Lisa Noggler-Gürtler, sulla loro collezione etiope (che è stata realizzata negli anni Sessanta, quindi di nuovo una storia diversa) e poi:

O-Ton Ariane Karbe: E poi volevo farti delle domande sulla restituzione. La metto giù così: non sappiamo ancora in quali circostanze Enea Navarini abbia ottenuto il mantello, ma ad ogni modo è stato un signore della guerra in quei luoghi ed ha combattuto. Quindi dico sempre: comunque la si voglia vedere, comunque la si rigiri, questo mantello è macchiato di sangue, e proprio per questo trovo entusiasmante la discussione riguardo alla restituzione. Già vedo come questo mantello sia un fantastico… ci serva come spunto di discussione. E per assurdo, più ci confrontiamo con il suo portato, più si intreccia alla collezione di Villa Freischütz. In un certo senso, diventa sempre più legittimo che si trovi in questa collezione, se può servire ad un simile scopo. Ovviamente, non significa che io non sia aperta, dipende comunque soprattutto dal consiglio direttivo della Fondazione, ma anche loro sono molto aperti nei confronti di una restituzione. E anche di farsi coinvolgere nella discussione. È comunque un processo che trovo molto interessante, perché all’inizio del progetto avevo pensato, per me, soprattutto, per la mia posizione: sì, penso che dovrebbe essere restituito, se lo desiderano. Questa è sempre la questione: troverebbe là un suo posto in una collezione museale? Ci sono già numerosi altri oggetti? Arrivo anche alla domanda, che vorrei porti in modo diretto. Ma mi interesserebbe davvero sapere la tua opinione su questo.

O-Ton Lisa Noggler-Gürtler: Sì, lo trovo sempre molto interessante, perché il museo è ovviamente un concetto europeo. Al di là di questo, è poi necessario chiarire le circostanze attorno a uno specifico oggetto e fare ricerche, se funziona così o meno. Ma posso capire bene che poi cresca con la collezione, perché su questi oggetti si più raccontare davvero molto di quanto è stato taciuto troppo a lungo. Il problema che vedo sempre io, quando ad esempio realizzo mostre per bambini, è la domanda che mi pongo ogni volta: devo anche spiegare loro che c’è stata anche un’ingiustizia, in modo che capiscano che bisogna riparare i torti fatti, o devo solamente ripararli? Capisci cosa intendo?

O-Ton Ariane Karbe: No.

O-Ton Lisa Noggler-Gürtler: Provo a spiegartelo in un altro modo. Ho potuto curare una mostra per bambini all’Humboldt Forum, che verrà inaugurata a breve. L’Humboldt Forum è stato aperto un mese fa con cinque mostre. Mancano ancora un sacco di cose, ma per ora ci sono cinque mostre e una di queste è “Nimm Platz!”, “Prendi posto!” una mostra per bambini dai 3 ai 10 anni. Ci siamo posti molto intensamente la questione, se mostriamo oggetti del museo etnologico, cosa raccontiamo di essi? Raccontiamo di loro che forse non sono arrivati qui in modo molto corretto, in modo che si possa riflettere su come questa scorrettezza abbia funzionato, perché sono arrivati qui in primo luogo? Oppure provo ad aprire questa meta-dimensione, per cui ha un senso che la mostra si chiami “Prendi posto!” ovvero “Prendetevi il vostro spazio!,” dicendo che in questa mostra tutti sono i benvenuti e che le dinamiche si svolgono guardandosi negli occhi alla pari, che non ci sono particolari differenze fra i gruppi da includere, tra diverse culture di provenienza etc. Quindi si crea un forum, in cui certe domande non si pongono proprio, perché sono diventate poco interessanti, come ad esempio la brutta locuzione “colore della pelle” etc. Quindi la mia domanda è sempre: questi oggetti servono a raccontare una storia in modo che non debba più ripetersi, o cerco di creare in un museo un’atmosfera per cui diventa ovvio che condividiamo tutti lo stesso spirito? Pare che servano entrambi gli aspetti, ma per me è sempre una domanda molto interessante.

AK: Questo era esattamente il punto a cui eravamo arrivati anche Hannes ed io nella progettazione della nostra mostra. In un incontro a Villa Freischütz ci eravamo scambiati delle opinioni su quali obiettivi volessimo raggiungere con questa mostra. Ci era venuta l’idea che i visitatori e le visitatrici potessero osservare il mantello accompagnati da musica, avevamo delineato le prime idee sulla struttura e poi improvvisamente mi è venuto da chiedere a Hannes “Senti, ma come dovrebbe essere questa mostra in un mondo ideale?” Ci siamo guardati e la risposta era nelle nostre mani: in un mondo ideale, dove possiamo incontrare altre culture assolutamente alla pari, sarebbe mandatorio avere dei o delle partner di dialogo etiopi. O meglio, dovrebbe essere un’ovvietà.

E quindi abbiamo deciso di fare un esperimento: di realizzare la mostra esattamente COSÌ come ce la immaginiamo: un bianco sudtirolese e una bianca di Berlino. E poi aprire il tutto esplicitamente alla discussione da parte etiope. E vediamo cosa succede. Ed in caso cambiare radicalmente la mostra se serve. Oppure produrre una serie di questo podcast in inglese… o qualunque altra cosa… vedremo.

Perché questa decisione ci abbia portato a dubitare se imbarcarci in questo progetto fin dall’inizio, ve lo racconto nel prossimo episodio.

CANZONE DI MARION MORODER “Eine weite Reise” (“Un lungo viaggio”)

AK: La canzone è stata scritta e composta da Marion Moroder. Grazie di cuore a Walter Gufler per la trascrizione delle lettere e a Emilie Vorhauser per la lettura. Sentiti ringraziamenti per le interviste a Francesco Frizzera, Marco Leonardi Scomazzoni, Lisa Noggler-Gürtler, Gaia Delpino, Rossana Di Lella e Angela Roberts.

ENGLISH

Podcast: The Ethiopian Cloak: Episode 2 “South and north”

Villa Freischütz, Foundation Navarini-Ugarte, Merano

Author: Ariane Karbe

SONG BY MARION MORODER “A long way” (chorus)

Ariane Karbe (AK):

I am in Merano. In the background you can hear the Passer. I’m on my way to the war museum in Rovereto. Like Villa Freischütz, it is part of the Euregio museum year which takes place in South Tyrol and its neighbour regions Trentino and Tyrol. When we first met in Bolzano, Davide Zendri, our colleague in Rovereto, told us he, too, had a cloak from Ethiopia in his collection and he invited us to his museum. We, Herta Waldner and me, were of course happy to accept his invitation. You’ve met Herta in the last episode. She is the chairwoman of the Navarini-Ugarte foundation behind Villa Freischütz. And today Herta and me are going to Roverto. In the war museum we have an appointment with the director Francesco Frizzera. He agreed to tell us more about THEIR cloak. So maybe we’ll find out how OUR cloak found its way into Villa Freischütz. This is what this podcast is all about. And also about what this implies and if the cloak should be returned to Ethiopia. And, there she is, Herta is waiting for me at the hotel “Meraner Hof”. … Avanti, let’s go to Trentino!

MUSIC                                             

This is THE ETHIOPIAN CLOAK. The story of war, guilt and oblivion. It’s also a story about a small  museum addressing big questions. This podcast is produced by the Navarini-Ugarte foundation and participates in the Euregio museum year. My name is Ariane Karbe, I am the exhibition dramaturge.

Episode 2: South and north

AK: The cloak in the war museum in Rovereto looks great. Herta and me are a bit jealous. It’s in excellent condition. Unlike the cloak in Villa Freischütz the lion fur on the shoulders is abundant and intact. Francesco is accompanied by the curator Marco Leonardi Scomazzoni, they both tell us that the cloak was brought into the collection by Amedeo Guillet.

Guillet was an Italian officer who was sent to Abyssinia in 1939 to fight the Ethiopian resistance. Officially, Mussolini had declared the Abyssinian war over already three years ago. He had merged Abyssinia and the colonies Eritrea and Somalia into the greater colony “Africa Orientale Italiana”. But in fact the Ethiopian freedom fighters (men and women) were quite persistent. Until the end of the Italian colonial rule in 1941, the country was never really pacified. A fact that will play a major role in the next episode: Italy ruled Ethiopia as a colony only for a few years and Ethiopia was the only African country that had not been a colony before.

SOUND OF HOOVES

Guillet was a gifted horseman himself and his mission in Ethiopia was to recruit a cavalry of Ethiopian, Eritrean and Yemeni warriors and to fight the resistance in the country with their help.

Francesco tells us that Guillet had a remarkably good relationship with the Ethiopian population and he also tells us how the cloak found its way into the museum.

Ariane Karbe: So,he got the cloakbecause he saved or rescued a herd of sheep for an Ethiopian and the shepherd gave him the cloak to thank him, did I get that right?

Francesco Frizzera: Yes, that’s right. My German isn’t fluent. It’s very likely, because he had a special rapport with the warriors.

Ariane Karbe: If we know the story of the cloak’s origin, we could trace back the owner and the man who first wore the cloak? Do we know the village? Can we find the village?

Francesco Frizzera: We don’t know the village. It’s very, very difficult with many colonial exhibits to know their exact story. This is really a special case. In our museum’s depot we have some colonial objects and we know only very little about them. This one is special because we know the owner, the man who wore it. We had the chance to talk to his son in detail and to learn more about him. He wrote a couple of books. So we could reconstruct about 95% of its history. But this is the only case. In most cases we know very, very little. We know too little about these exhibits.

AK: Returning fromRovereto I read more about Amedeo Guillet. As Francesco told us he was known for his fair treatment of his allies. And his enemies! For example, he defied an order from Commander-in-chief Rodolfo Graziani who was known to be cruel. Graziani had given the order to kill all enemies immediately after they’d been arrested. Instead, Guillet offered them to change alliances and to join the Italian side. So the story with the herd of sheep does sound plausible. And the cloak in the war museum really was a gift. Guillet received the cloak for a personal reason.

This might have been the case with Enea Navarini, too. Enea Navarini is the general I introduced in the last episode and who was stationed in Ethiopia during the Italian Abyssinian War. He brought the Ethiopian cloak to Merano and Villa Freischütz.

When we started our research, we were still unsure if it was him who brought the cloak into the Villa Freischütz collection. By now, my project partner Hannes Obermair and me think it’s a fact.

MUSIC

FIRST, there’s not the slightest hint that ANYONE ELSE brought the cloak into the museum. Neither Franz Fromm, Enea Navarini’s father-in-law, the art collector who brought most of the objects into the collection, nor his children or his servants had any kind of relation with Africa.

SECOND, the cloak is not the only object from Abyssinia in the collection, there are others objects that Enea Navarini brought back: horn beakers and jewellery and two shields, spears and sabres and religious manuscripts. I’ve mentioned the rhino horns in the last episode.

THIRD, we have two photos that show Navarini receiving presents. One photo shows two Ethiopian civilians giving him a sabre (like the one in Villa Freischütz). The other photo shows a local priest blessing Navarini with a cross and another priest is about to hand Navarini a piece of cloth (but not our cloak!).

Back to the question how EXACTLY Enea Navarini got hold of the cloak:

Let’s assume he got it like Amedeo Guillet from his Ethiopian allies as a thank you or in recognition of his personality. In that case, I’d say offering to give it back could be considered an insult. Because the cloak would have been given to him out of the giver’s own free will. To interpret this as an enforced act because it happened in a colonial context would in this case wrongly victimise the giver and deny him the capacity to act – or what do you think?

At the beginning of our research, Hannes and I discussed the different ways of how Navarini could have gotten hold of the cloak, carefully probing for answers. Hannes mentioned “booty” and I asked:

Ariane Karbe: Hannes, you just mentioned the word “booty”, could you describe in what case it would be justified to call it booty?

Hannes Obermair: I used the term because I come originally from a different direction, from a historical-political context, the Ethiopian or Abyssinian War. That’s my background as it were, and that is why I was immediately interested in this project, because it was a forerunner of World War II, as they call it, including chemical warfare, i.e. a genocidal way of warfare, it preceded the World War II warfare, especially the invasion of Russia. Fascist Italy waged a genocidal war in East Africa, in violation of the law of nations. And at the same time it was an enormous misappropriation of that country and everything it owns, raw materials, potential, too, prestige, all that comes with it. In this context, cultural goods from Ethiopia, Abyssinia, Eritrea going to Italy during this time, the Stele of Axum is a prime example, are generally booty insofar as even legalised, or legalised in the context of the time, assignments only cover a false balance of power, of course. Even in case of legal or semi-legal transfers there is a power structure that allows for this transfer in the first place. In this case, the cloak might very well have been a present from a chieftain to Navarini. Presumably, it was a symbolic assignment, a symbolic transfer, which is at the same time a transfer of power insignia. You can only interpret these proceedings as an appropriation that is at the same time a transfer of power.

Ariane Karbe: So you would really… Let’s just assume Enea Navarini bought the cloak on the market. Would you still call it booty because it was purchased within a colonial context?

Hannes Obermair: That would be a kind ofa harmonic kind of booty, if you like. I don’t think it’s conceivable, though, because a cloak as meaningful as this one, a cloak that meant a lot to the Ethiopian-Abyssinian society, is only transferred due to the death of its owner, someone Navarini or his people killed, in a fight, he did fight, he did, in a police campaign, or else it was transferred, Vercingetorix’ sword, so to speak, that sword he threw at Cesar’s feet, the defeated chieftain. I can’t possibly see that he might have bought it, I rather think he, like all Italian rulers in East Africa, wanted his subordinates to legitimate his position. The whole programme, also the construction programme in East Africa, i.e. in Addis Ababa or Asmara, aims at hardening the hierarchy of colonialists and subordinates. And so the cloak’s transfer must be seen and interpreted … or makes most sense in such a context. It most certainly was transferred. As a gesture of subordination or it was taken from a dead opponent. A scalp so to speak, a cultural scalp.

AK: After months of extensive research we think today it most likely that Navarini received the cloak from Ethiopian allies as a sign of subordination or collaboration. This is supported by the fact that splendid robes like this one were often used as gifts to consolidate alliances.

Angela Roberts confirms this, she is British and lives in Merano and in Ethiopia. I met her in a café to tell her about our project and to ask her to help us with our research. Angela will also play a role in the next episode.

Ariane Karbe: You saidstraight away it’s a warrior’s uniform, didn’t you?

Angela Roberts: No, it’s rather a recognition, one could say, a recognition of a great man, a soldier maybe, maybe a commander or a physician, but that’s like 150 years ago. Emperor Menelik used to say: “And a cape for you and a cape for this man and a cape for that man.” English inventors for example got capes. Someone from Germany who built a road or a bridge in Addis, French people, too, who built the railway between Addis and Djibouti, they got something like that. But usually, foreigners did not get one.

AK: Emperor Menelik! He figured in the last episode, do your remember? The project’s initial question was if the cloak belonged to him. It wasn’t that far-fetched after all! But he died in 1913, long before Enea Navarini went to Ethiopia.

The ethnographic museum in Vienna, the Weltmuseum Wien, houses a magnificent robe that Menelik presented to Emperor Franz Joseph in 1905. The Abyssinian emperor was a very skilful diplomat who forged alliances with Europe’s great powers. He wanted to position himself on equal terms with them and prevent colonialism. To this end he made presents. The Royal Collection Trust in London houses a cloak Menelik sent King Georg V in 1911 for his coronation. In my understanding these objects would now legitimately be in the possession of European museums and should thus NOT be returned.

And, get this: The Museo delle Civiltà, the museum of civilisations, in Rome houses 20 magnificent robes. 20! This is all the more interesting because the museum’s history is very exciting: In 2016, four national museums combined to form today’s museum. A year later, the Museo Coloniale was included. A museum about colonialism. Mussolini opened the museum in 1923 for propaganda purposes. It moved houses a couple of times, for a long time it was closed. Currently, it’s being reconstructed. Hannes and me asked the curators Gaia Delpino and Rossana di Lella about the cloaks and this is what they had to say about their “mantelle”:

Ariane Karbe: Does the collection include a similar cloak? Do you have such a cape?

Rossana di Lella: Si, allora, noi all’interno di queste collezioni abbiamo, credo proprio, quindici oggetti.

Ariane Karbe: Quindici?!

Rossana di Lella: In italiano le tradurremo come delle “mantelle”. Sono delle mantelline, nella descrizione troviamo solitamente quindici mantelline regali in pelle di leone.

Ariane Karbe: Is it possible to get pictures of the mantelle?

Rossana di Lella: Certo, sì!

Ariane Karbe: That would be perfect because the one in Villa Freischütz has a very rich embroidery and that seems to be very rare. I can’t find out anything about if it was a special cape. We know that capes were given to warriors who were very brave, and so it was a sign for noblemen to wear them but I’d love to find out if there’s a hint which kind of warrior or in which region or if it was a special thing. And there was a very, very important resistance fighter, you can call him, on the Ethiopian side, and General Enea Navarini was involved in chasing this Ethiopian soldier. So there’s still the hypothesis that perhaps the cape belonged to this very important figure for the Ethiopian history. Probably, we will never find out, it’s impossible to reconstruct, but I’m still trying and so it would be very useful to see which kind… That would be perfect. Thank you very much!

Gaia Delpino: I would like to add that al museo preistorico etnografico, il museo etnografico all’interno del museo delle civiltà, abbiamo invece cinque mantelle (mantelline) provenienti dall’Etiopia. Abbiamo qualche dato. Sappiamo quando sono entrate a far parte delle collezioni del museo e sappiamo che sono oggetti di grande valore perché erano doni importanti che sono stati fatti a Re Vittorio Emanuele III di Savoia e prima ancora a suo padre Re Umberto I. E possiamo mandare anche foto di queste cinque, if you like.

Ariane Karbe: Yes! Wow, that’s perfect!

Gaia: And the data that we have.

Ariane Karbe: That’s great, okay. You know, meanwhile we know of some of these capes within European museums and it’s so interesting because every cape has its own history and story.

Gaia: Yes, every object.

AK: So, five robes were given to the Italian King Victor Emanuel III and his father. Victor Emanuel was king of Italy for 46 years! From 1936 till 1941 he was also – emperor of Abyssinia! The origin of the other 15 cloaks is unclear and Rossana tells us why.

Rosanna di Lella: Qui invece, nel caso delle collezioni coloniali trattiamo invece di oggetti che sono stati presi, sotratti, raccolti nelle ex-colonie italiane e quindi quando parliamo di queste collezioni con Gaia, cogli altri colleghi diciamo sempre: sono tutti oggetti potenzialmente sensibili, perché sono stati tutti raccolti in un contesto in cui le questioni di potere tra le diverse parti non erano omogenee, non erano equilibrate, ovviamente. E all’interno di questa collezione, diciamo in qualche modo tutta sensibile storicamente, abbiamo anche degli oggetti sensibili per la loro storia, per come sono stati costruiti, per chi gli ha presi, insomma. Poi parleremo anche della provenienza di questi oggetti. Purtroppo accenno solamente il fatto che su queste collezioni non c’è stata la raccolta di dati specifici sulla provenienza, sul collezionista, sull’anno d’ingresso, perché il museo coloniale non aveva un libro d’ingresso degli oggetti. Non aveva nessuna forma di archiviazione, perché era un museo che dipendeva dal ministero delle colonie, come appunto abbiamo accennato è un museo di propaganda, non un museo di raccolte scientifiche, non un museo con una finalità di conoscienza come gli altri musei scientifici, etnografici dell’epoca. Quindi, non sappiamo quasi nulla delle provenienze.

AK: So this has to do with the special history of the colonial museum: all objects were collected in the Italian colonies of Libya, Somalia, Eritrea and Abyssinia, but not in order to learn about the culture but purely for propaganda purposes. There is no inventory as there usually is in museums to document new objects. Rossana says, because of this special purpose, basically ALL objects in the collection of the former colonial museum are suspicious.

Actually, talking to Rosanna and Gaia, I just mentioned the third and last thesis about Enea Navarini’s acquisition of the Ethiopian cloak that Hannes and me think plausible. We can’t rule out the possibility that he did take it from an enemy as a loot. In the beginning, Navarini took part in police campaigns to chase Ethiopian freedom fighters, as did Amedeo Guillet.

Commander-in-chief Rodolfo Graziani, mentioned above, specifically founded a special unit lead by brigadier Carlo Geloso. His unit chased particularly the resistance fighter Ras Desta Damtew and his troops and to this end he used poison gas.

MUSIC: Marion Moroder

Emilie Vorhauser reads two letters from Enea Navarini:

11th November 1936

Dearest Luisa

I’m marching towards the north. Ras Desta, who was before us, is retreating, for otherwise he’d be trapped, since Colonna Geloso is marching towards the same destination. The natives surrender and want to join us in our fight. I am fine. Tell Paolo I have two black servants, they are very well-behaved. At night one of them keeps watch in my tent. We’ll meet great difficulties on the streets but we will go ahead. Air planes are our constant companions. I have an excellent black cook. (…) Imagine, today we had fresh tomatoes, beans, pepperoni, they come from Neghelli. So far we’ve known no shortages, we lack nothing yet, we have mineral water, Chianti wine, only with fruits we have to content ourselves with those from the box. The black soldiers who are with us are really gorgeous – the white ones do all they can. (…) You don’t need to worry because everything is fine and will get better. (…) I think of you all the time and my only wish is that you are all in such a good health as I am. And you have to go to the pictures with Erna, you should not stay at home all the time. (…) Give my regards to Papà! I send you this letter because I’ve the opportunity to have it sent to Neghelli. (…) My regards to everyone at home. Love and kisses to you, Kuki and Bubi.

Your loving husband Enea

17th November 1936

Dearest Luisa

I am marching towards Allata – heading my convoy. The governor requests a speedy process but I can’t do it; step by step as we march on we build streets, bridges, etc. (…) The climate is marvellous, mostly sunny. The Abyssinians retreat, the people surrender, some ask us for protection, but they are so far away from us, it’s not possible. I am fine, I always sleep under the net – I have two (…) carabinieri as guards. A lot of work – I’m very busy all day long. (…) How are our children doing in school? Are they studying? And how are you all? You have to stay calm at all times and think of all the good things. I keep you all always in my heart. I wish that the children make you happy. Send my warmest regards to Papà and everybody else. And remember that I’m doing very well. I am now at a height of 2000 meters, but I’m fine. I kiss you, hugs and kisses to you and the children, my love to all of you.

Enea

MUSIC: Marion Moroder

AK: Eventually, Ras Desta Damtew was caught on 24th February 1937 and sentenced to death by hanging in a summary trial. As a warning, his body was displayed in public for a whole day.

A photo in the Villa Freischütz collection shows a house where Ras Desta Damtew used to live. So my idea was that Navarini might have taken some of Ras Desta Damtew’s belongings there.

In March 2020, someone published a photo of an Abyssinian sword in an Italian military internet forum. He claimed the sword along with other items belonged to Ras Desta Damtew. And he got them as a present from General Archimede Mischi’s son. Someone else in the forum wrote in response: “What a great piece for a museum! Congratulation!”

Probably, we’ll never know which of our three hypothesis is true. But we made some headway and developed a standpoint about the possibility of a restitution. Discussing the question with our colleagues helped a lot. We asked all of them what they think about restitution in general and about returning our cloak to Ethiopia specifically. More about that in the next episode. But one answer I’d like to reveal now because – as I mentioned in the previous episode – it turned our whole concept upside down. We not only went to Rovereto and Rome, that is south, but we also went north, to Tyrol. The ethnological museum in Schwaz also takes part in the Euregio museum year. I asked the director Lisa Noggler-Gürtler about the museum’s Ethiopian collection (it was only assembled in the 1960s and tells a different story yet again). I asked her:

Ariane Karbe: I want to ask you about restitution. Let’s say, like, we still don’t know for sure how Enea Navarini got hold of the cloak, but we do know he was a commander, a soldier who fought over there. I say, no matter what, no matter how you see it, there is blood, there are blood stains on the cloak, but I also think the discussion about a restitution is very interesting. I’ve noticed … the cloak serves as a starting point for discussions, which is great. It’s absurd, but the more we think about it and the more we learn about it, the more it becomes part of and grows closer to the Villa Freischütz collection. In a way it gets more and more justified that it stays part of the collection because it’s so essential for this project. It doesn’t mean I’m not open, it depends on many things, the board of the foundation, but they are very open about a restitution and about discussing it. But still it’s an interesting development, because at the beginning of the project I thought, for myself, my standpoint is: Yes, it should be returned if it’s wanted. That’s another question, what museum collection does it fit in over there? Do they have a lot of other objects? That’s what I ask myself and what I have to ask other people too. So what do you think?

Lisa Noggler-Gürtler: It’s very interesting because museums are of course a European concept. Apart from that, you have to explain the circumstances for this object and to find out if it works. But I do understand why it becomes a part of the collection because these objects help tell a lot of things that people avoided talking about for a long time. The problem, I think, for example when I do exhibitions for children, is I ask myself: Do I have to explain to them something was wrong in order to explain how to do right? Or do I simply do it right? You know what I mean?

Ariane Karbe: No, I don’t.

Lisa Noggler-Gürtler: Let me put it differently. I’ve curated an exhibition for children in the Humboldt Forum that opened recently. The Humboldt Forum opened a month ago with five exhibitions. It’s not all there yet but there are five exhibitions now and one of them is “Nimm Platz!”, an exhibition for children aged 3 to 10 years. We spent a lot of time discussing the story we want to tell about the objects from the ethnological museum, if we show them at all. Do we say that it might not have been quite right how they got here once and that we are now thinking about the proceedings then and about why they are here after all? Or do I try to open a meta-level? The exhibition is called, quite aptly, “Nimm Platz!”, which means „have a seat, take your place!“. Or do I simply say everybody is welcome to the exhibition? We are equal, as far as possible, we don’t differentiate between groups of inclusion, country and society of origin, etc., so that we build a forum where some issues are just not relevant because they no longer matter, for example bad words like “the colour of your skin”, etc. So my question is: Do I need these objects to tell a story so that it never happens again or do I try to create a climate in the museum that clearly shows where our sympathies lie? You might need both aspects, it’s very interesting indeed.

AK: This is exactly what Hannes and I thought while preparing our exhibition. We had met in Villa Freischütz to talk about the purpose of the exhibition. Our idea was to have our visitors look at the cloak, listening to music. We designed initial layout ideas – and suddenly I stopped and asked Hannes: „Actually, what would the exhibition look like in an ideal world?” We looked at each other. The answer was obvious: in an ideal world where we encounter other people on equal terms regardless of their cultural background, including Ethiopian partners would be a must or rather self-evident.

And so we decided on an experiment: we wanted to make an exhibition exactly the way we think it right: a white man from South Tyrol and a white woman from Berlin. And then we would open it for discussion and invite Ethiopians to join the discussion. And see what happens. And maybe redo the exhibition completely if need be. Or produce an additional podcast episode in English … Or whatever … We’ll see.

This decision made us doubt if we had better never started on this project – Why? I’ll tell you in the next episode.

SONG BY MARION MORODER “A long way”

AK: Marion Moroder wrote and composed the song. Thank you, Walter Gufler, for transcribing the letters and thank you, Emilie Vorhauser, for reading them. Thank you, Francesco Frizzera, Marco Leonardi Scomazzoni, Lisa Noggler-Gürtler, Gaia Delpino, Rossana Di Lella and Angela Roberts for talking to us.

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