Der Titel der Veranstaltungsreihe fußt auf der kosmopolitischen Herkunft der Sammlerfamilie Fromm, aber nicht nur darauf: Über die Familiengeschichte hinaus richtet sich der Blick auch auf das Geschehen in Meran in diesem Zeitraum.
2026 liegt der Fokus auf folgenden Inhalten: dem vino consagrable, der Musik, der Architektur und der Literatur.
Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18:30 Uhr. Es ist keine Anmeldung erforderlich.
Montag 25.05.2026 | 18:30 Uhr
SCHLOSS RAMETZ
EIN IDEALES DOMIZIL FÜR DEN WEINHÄNDLER FRANZ FROMM
Herta Waldner, Astrid Schwarz
Aus der Reihe der gemieteten Wohnsitze war Rametz ein Highlight: ein Schloss und ein historisches Weingut seit 1227. Schon nach einer Kursaison in Meran bevorzugte Franz Fromm mit seinen vier minderjährigen Kindern und den Gouvernanten eine private Unterbringung und zog vorerst nach Schloss Labers und dann in die Villa Hellbrunn. 1910 gab die Familie die Villa in Barcelona auf und das gesamte Hab und Gut wurde über Triest nach Meran gebracht. Nach Abstechern in den Schlössern Riedenstein und Labers bezog der Weinhändler 1912 Schloss Rametz. Er mietete die herrschaftliche, zweigeschossige Wohnung mit direktem Zugang vom Innenhof und residierte dort mit der Sammlung von Kunstwerken, Kunstgewerbe und Mobiliar.
In Zusammenarbeit mit dem Weingut Schloss Rametz
Montag 01.06.2026 | 18:30 Uhr
DIE VIOLASUITEN VON MAX REGER
Luca Sanzò (Rom) – Viola
Stephan Kofler, Ferruccio delle Cave
Im Biennium 1914/15 widmete der bayrische Komponist Max Reger dem Genie J. S. Bach vier Gruppen von Kammermusikwerken unter der Opuszahl 131; zwei entstanden während seines Aufenthaltes in der Klinik Martinsbrunn in Meran (op.131 a/b) und die anderen wurden, gleich anschließend, bei seiner Rückkehr nach Jena abgeschlossen. Der Kuraufenthalt in Meran im Frühjahr 1914 war für Reger folglich eine Inspirationsquelle für raffinierte, absolute Musik. Die drei Bratschensuiten sind Zeugnis davon: allein schon die Form der Suite erinnert an die großen barocken Meister, ebenso die Wahl der Tonsprache, die Tonarten, die einzelnen Sätze und die polyphone Schreibweise.
In Zusammenarbeit mit dem Max Reger Verein Meran
Montag 08.06.2026 | 18:30 Uhr
VILLA CAMPENHAUSEN:
„EIN LANDHAUS BEI MERANO“
Wanda Birke
Die Villa Campenhausen, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Villa Freischütz in Obermais gelegen, wurde im Jahr 1933 von Baronin Marguerite von Campenhausen in Auftrag gegeben. Es ist nicht auszuschließen, dass Franz Fromm in der damals noch weitgehend unbebauten Umgebung den Entstehungsprozess dieses Baus von seinem Garten aus verfolgen konnte. Innerhalb der in den 1930er-Jahren in Meran realisierten Wohnbauten nimmt die Villa Campenhausen eine besondere Stellung ein. Gestaltung und Formgebung der Villa stehen beispielhaft für den international geprägten Stil der modernen Architektur ihrer Zeit. Sowohl die Wahl des Architekten Johannes Ludwig, als Vertreter einer funktional orientierten Architektursprache, als auch die häufigen Eigentümerwechsel der Villa verweisen auf eine interessante und abwechslungsreiche Geschichte des Bauwerks.
Mit freundlicher Unterstützung von Ewald Gruber
Montag 15.06.2026 | 18:30 Uhr
PROPAGANDIST IM PARADIES: JOHN L. STODDARDZWISCHEN LITERATUR UND POLITIK
Patrick Rina
Um 1900 fanden sich die Reiseführer von John Lawson Stoddard (1850–1931) in zahlreichen Hausbibliotheken der gebildeten Kreise New Yorks und Bostons. Der US-amerikanische Autor genoss auch in Europa hohes Ansehen. Ab 1902 hielt er sich in Meran-Mais auf, pries es als „Tyrol’s sweet paradise“. Nach einem Intermezzo am Comer See schlug er in der Villa Friederike in Untermais Wurzeln. Mit Franz Fromm, dem Besitzer der Villa Freischütz, pflegte er eine freundschaftliche Beziehung. Wiewohl US-Bürger, ergriff Stoddard im Ersten Weltkrieg Partei für die Mittelmächte: Mit seinen Propagandaschriften zog er symbolisch gegen England, Russland und „sein“ Amerika zu Felde.
