1921 kaufte der aus der Nähe von Göttingen stammende Kunstsammler Franz Fromm die Villa Freischütz. Sein Reichtum stammte größtenteils aus dem Vermögen seiner Ehefrau. Luisa Hilliger Y Vernal war als Tochter des Salpetermillionärs Johann Georg Christian Hilliger in Peru geboren worden. So weit, so gut. Wäre da nicht die andere Seite der Geschichte, auf der anderen Seite der Welt. Der Wohlstand der europäischen Salpeterbarone beruhte auf der Ausbeutung meist indigener Wanderarbeiter:innen. Sie lebten und arbeiteten – formell frei – unter sklavenähnlichen Bedingungen. Die Ausstellung bringt beide Geschichten zusammen.
Exklusiv für die Ausstellung verfassten die argentinische Dichterin Ana Rocío Jouli und der peruanische Dichter Juan Ignacio Chávez „dokumentarische Poesie“. Die Gedichte werden gemeinsam mit von ihnen ausgewählten Archivalien und Objekten innerhalb der Dauerausstellung präsentiert – inmitten der von Franz Fromm zusammengetragenen Pracht an Kunst und Kunstgewerbe.
Im ersten Stock erzählen Objekte, Fotos und Texte von der Verflechtung der Sammlerfamilie mit dem ausbeuterischen Salpterhandel und werfen die Frage auf, wie gerecht wir heute leben können. Kuratiert wurde die Ausstellung von Ariane Karbe, Hannes Obermair und Laura Steinhilber (Assistenz).

